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Narzissmus in der Beziehung: Erkennen und richtig handeln

Posted on June 28, 2018 by Virgilio Yearout
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Narzissmus in der Beziehung: Erkennen und richtig handeln

Am Anfang ist alles wunderbar. Der Mann ist überschwänglich und überschüttet dich mit seinen Gefühlen und seiner Aufmerksamkeit. Doch irgendwann wendet sich das Blatt und der Narzisst zeigt sein wahres Ich. Über Narzissmus in der Beziehung und was du tun kannst.

Jeder von uns hat ein wenig narzisstische Züge. Schließlich sind wir uns selbst wichtig und wollen geliebt und respektvoll behandelt werden. Aber dieses Verhalten ist nur so lange ok, als es bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Anders jedoch beim Narzissten. Ihm ist in einer Beziehung nur eins wichtig: Dass er selbst geliebt wird. Alles andere ist zweitrangig. ​

Dem Narzissten geht es dabei in erster Linie um sein Ego, aber auch um Macht. Bei ihm ist die Liebe zu sich selbst ins Krankhafte übersteigert, hat also einen Grad angenommen, der ihm selbst gut tut - und seinem Partner schon mal gar nicht. Denn sein übertriebener Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung ist so groß, dass die Partnerin zu einem bloßen Gehilfen mutiert. Sie ist nur dafür da, ihm das zu geben, was er braucht - und lautstark einfordert.

Mitreißende, schillernde Typen

Dabei sieht es anfangs so ganz anders aus. Lernt man einen Narzissten kennen, trifft man auf einen sehr emotionalen, liebevollen und fürsorglichen Menschen. Meist sind es schillernde, mitreißende Typen, die einen in ihren Bann schlagen. In der ersten Phase des Kennenlernens wird man umsorgt, fast schon bemuttert, beschützt, verwöhnt und mit Gefühlsbekundungen nur so überschüttet. Man fühlt sich wie eine Prinzessin.

Diese Phase des Frischverliebtseins ist es auch, die der Narzisst liebt (und braucht). Denn hier idealisiert man seinen Partner sehr und sieht die Fehler gar nicht.

Wie verhält sich ein Narzisst in der Beziehung?

Nach ein paar Monaten jedoch ändert sich das. Während andere "normale" Paare jetzt erst richtig innig sind und zusammenwachsen, kommt es in der narzisstischen Beziehung zum Wendepunkt. Die Zuwendungen der Partnerin reichen dem Narzissten nicht mehr. Er fordert mehr, wird unbequem und aggressiv.

Dann beginnt der Narzisst nämlich, ständig neue Regeln aufzustellen, die er selbst natürlich nicht befolgen muss. Er verhält sich dominant, verzeiht keine Fehler, und seien sie noch so klein, ist misstrauisch und herrschsüchtig. Er ist gelangweilt vom Alltag der Beziehung und fordert immer neue Zugeständnisse von seiner Partnerin, damit er sein Idealgebilde einer Beziehung weiterleben kann. Dabei wirkt er zunehmend distanziert und genervt, ist launisch und unleidig. Egal, wie sehr sich die Partnerin bemüht: Sie kann es ihm nicht mehr recht machen.

Narzissmus in der Beziehung: Was hinter der Fassade steckt

Weshalb der Narzisst sich so verhält, lässt sich recht einfach erklären. Seine zunächst so mitreißende Persönlichkeit ist ein einziges Schauspiel, um seine inneren Defizite zu verdecken, seine Ängste, Unsicherheiten und sein fehlendes Selbstbewusstsein. Denn so sehr er auch nach außen hin wie ein Mensch wirkt, der selbstsicher im Leben steht, so ist es doch genau das, was ihm eigentlich absolut fehlt.

Ein Narzisst sehnt sich nach Liebe und Zuwendung, die er meist als Kind oder in frühen Jahren nicht bekommen hat. Und diese Liebe versucht er jetzt von seiner Partnerin zu erzwingen. Und zwar in Dosen, die jedem normal fühlenden Menschen arg übertrieben erscheinen würden. Der Narzisst jedoch ist so getrieben von seinen inneren Ängsten, dass er genau das braucht: ständige Bestätigung.

Wimmelt es auf dem Singlemarkt nur so vor lauter Narzissten?

Das Blöde ist: Die Mehrzahl der richtig "guten" Männer (also die nicht narzisstisch sind) ist meist vergeben, verheiratet, hat Kinder und Familie. Sie sind weg vom Markt. Aber all die beziehungsunfähigen Narzissten tummeln sich auf dem Singlemarkt. Sie brauchen zwar immer wieder jemanden an ihrer Seite, der ihnen Bestätigung in rauen Mengen gibt, aber sie verbrauchen damit auch unfassbar viele Partner recht schnell. Denn kann die Frau an ihrer Seite dem Narzissten nicht mehr die Bestätigung für ein kaputtes Ego liefern, die er braucht, wird sie schnell fallen gelassen und ausgetauscht. Und dann muss eine neue her.

Ab einem gewissen Alter sind die guten Männer leider weg vom Markt und prozentual viele narzisstisch veranlagte Männer sind in der Welt der Singles und des Datings unterwegs. Die Chance, an einen Narzissten zu geraten ist also durchaus hoch. Zumal die neue Form des Flirtens und Datens via Online-Portalen, Chats und mehr der ideale Nährboden für Narzissten ist.

Denn auf den Dating-Portale kann man sich zur Schau stellen, wie man sich selbst gerne sehen möchte. Das findet der gemeine Narzisst natürlich super, denn hier kann er mit seinem Ego glänzen und sich als Traumtyp darstellen. Ein Traumtyp, der sich dann jedoch relativ schnell als Mogelpackung herausstellt.

Was kann ich tun?

Leider ist eins klar: Mit einem richtigen Narzissten kann man keine normale Liebesbeziehung führen. Er ist dazu nicht in der Lage. Weil er sich selbst nicht liebt, kann er auch keine Liebe für andere empfinden und zeigen. Deshalb hilft leider nichts anderes, als seine Konsequenzen zu ziehen, wenn man selbst zu sehr unter dem narzisstischen Verhalten des Partners leidet.

Wer selbst damit kein Problem hat, der kann das gerne eine Weile durchhalten. Aber jeder normal gestrickte Mensch kann nicht immer nur geben und sich gängeln lassen. Irgendwann braucht man eben auch etwas zurück, und das kann einem der Narzisst nicht geben. Wird man dann nachlässiger in seinen Liebesbekundungen und Bestätigungen dem Narzissten gegenüber, fängt der Terror noch mehr an. Man tut sich also wirklich keinen Gefallen.

Die klassischen Opfer: Frauen mit Helfersyndrom

Leider neigen viele Frauen dazu, das Helfersyndrom zu haben. Da ist ein toller Mann, der so zerrissen ist und so viele Probleme hat. Und dann vergisst man vor lauter Samariter-Denken eben schnell, dass sich an diesem Kerl sicherlich schon mehr als ein Dutzend Vorgängerinnen mit dem gleichen Vorhaben die Finger verbrannt haben - und schon rennt man in sein Unglück. ​

Deshalb liebe Helfersyndrom-Frauen - denn so sind wir nun mal leider, deshalb mögen wir ja auch lieber die A+++löcher: Zieht die Reißleine. Einen wirklichen Narzissten heilt höchstens ein Psychologe. Ihr werdet scheitern und die Leidtragenden sein.

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